JugendPolitikBeratung als Konsultative Jugendbeteiligung – Definition

Partizipation von Jugendlichen auch im Feld der Politikberatung! Konsultative Jugendbeteiligung bindet Jugendliche in die Vorbereitung von Entscheidungsprozessen ein, nimmt sie ernst, hört ihnen  zu und greift ihre Anregungen auf! Warum JugendPolitikBeratung? 

Junge Menschen wollen als Expert*innen in eigener Sache an Entscheidungen und Entwicklungen mitwirken. Sie wollen ihre Sichtweisen und Erfahrungen in politische Prozesse einbringen. Sie wollen Einfluss auf die politischen Aushandlungsprozesse gewinnen, ernst genommen werden und bei der konsultativen Vorbereitung von politischen Entscheidungsprozessen mitwirken. Sie legen großen Wert darauf, dass ihre Fragen in die politischen Entscheidungsprozesse einfließen.

Das heißt, sie wünschen sich verbesserte Zugänge zu den politischen Entscheidungsträger*innen und politischen Einfluss. Sie haben aber auch etwas zu bieten. Sie liefern Informationen, die helfen können, neue Entwicklungen zu erkennen und aufzugreifen. Sie liefern Feedback, Einschätzungen und Bewertungen zu geplanten und durchgeführten Maßnahmen (als Jugendversion von Verfahren der Politikfolgenabschätzung). Sie helfen die Folgen von zu treffenden Entscheidungen unter der Perspektive von Jugendgerechtigkeit und Generationengerechtigkeit zu reflektieren und Maßnahmen zu verbessern.

JugendPolitikBeratung muss sich aber auch ehrlich machen: Sie darf keine falschen Hoffnungen wecken. D.h. sie muss die realen Einflusschancen und auch die Grenzen von Selbstwirksamkeit der Jugendlichen transparent machen. Jugendpolitikberatung darf nicht den Eindruck erwecken, dass es hier schon um die eigentlichen Entscheidungsprozesse geht, sondern deutlich machen, dass es um die Vorbereitung und Beeinflussung von Entscheidungsprozessen geht, dass also der konsultative Charakter im Fokus steht, was aber ein sehr bedeutsamer Beitrag zur demokratischen Planung und Gestaltung bleibt . Dabei muss sie Jugendliche befähigen, ihre auch Einflussmöglichkeiten offensiv zu nutzen. 

Klar muss aber auch sein: Die Beratung politischer Entscheidungsträger*innen durch zivilgesellschaftliche Akteur*innen (als Betroffene und Expertinnen in eigener Sache) unterscheidet sich von der Politikberatung durch erwachsene Fachexpert*innen– aber nicht zwangsläufig in der Substanz und Qualität. Es geht hier also nicht darum, dass das eine oder das andere wichtiger bzw. besser oder schlechter sei, sondern nur darum dass es anders ist– mit jeweils eigenen spezifischen Potenzialen. Das darf auch nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wir brauchen beides!

JugendPolitikBeratung ist eine wichtige Partizipationsformen im Handlungsfeld der > Politikberatung und findet statt auf kommunaler und Landes-Ebene und nun auch verstärkt auf Bundesebene.

JugendPolitikBeratung verfügt über ein eigenes hochentwickeltes Methodenarsenal (dazu > Methodenportfolio), das das bekannte Methodenspektrum der allgemeinen Partizipationsmethoden erweitert. Es gibt inzwischen eindrucksvolle > Good-Practice-Beispiele, die belegen, dass der Ansatz der JugendPolitikBeratung funktioniert und Wirkung zeigt.

> Langversion der Definition (pdf)