Good Practice

Es gibt bereits zahlreiche Programme und Initiativen in Deutschland, die Jugendbeteiligung erfolgreich fördern und leben. Einige davon finden Sie im Folgenden als Good-Practice-Beipiele kurz vorgestellt. Die Liste hat dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird stetig erweitert. Weitere Maßnahmen, die Politik für und mit Jugendlichen verfolgen, können Sie der Jugendstrategie der Bundesregierung entnehmen.

Starke Kinder- und Jugendparlamente | Bundesministerium für Familie, Senioren, Frau und Jugend (BMFSFJ)

Zentrales Ziel ist die Förderung und Stärkung von Beteiligungslandschaften auf kommunalpolitischer Ebene in Deutschland mit besonderem Fokus auf die rund 500 Kinder- und Jugendparlamente und 300 Jugendforen, die in Deutschland seit Ende der 1980er-Jahre entstanden sind. Diese werden gestärkt durch Sichtbarmachung/öffentliche Aufmerksamkeit und Wertschätzung (Internetauftritt/ Portal, Vernetzung, Kurzfilme/Videobotschaften für soziale Medien, interaktive Landkarte, KiJuPa-Logo). Bei Problemen in bereits bestehenden Gremien wird konkrete Hilfestellung angeboten (z. B. Webinare). Kommunen werden zur Einrichtung von neuen Kinder- und Jugendparlamenten motiviert („Gründungsbroschüre“, Methodenheft) und bei Bedarf unterstützt (Peer-to-Peer-Beratung). Jugendliche aus Kinder- und Jugendparlamenten werden über den „Jugendbeirat“ aktiv und von Anfang an in das Projekt einbezogen. Der Wissenstransfer aus den vorangegangenen Untersuchungen erfolgt durch eine wissenschaftliche Begleitung. (Quelle: BMFSFJ (2019): In gemeinsamer Verantwortung: Politik für, mit und von Jugend. Die Jugendstrategie der Bundesregierung)

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Jugenddelegierte im internationalen Klimaschutz | Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

Bestehende Beteiligungsformate für und zwischen den Weltklimakonferenzen (COP) werden fortgeführt: Für die COP 25 beteiligt das BMU die Jugendlichen durch die Planung des deutschen Pavillons. Die Jugendlichen werden zusammen mit weiteren nichtstaatlichen Akteuren die Hälfte des Veranstaltungsprogramms durchführen. Für die COP 26 ist die Durchführung einer Veranstaltungsreihe „Europäische Dialoge für eine gemeinsame Zukunft“ geplant. Pro Veranstaltung sollen 25 bis 40 junge Delegierte (im Alter zwischen 16 und 35 Jahren) verschiedener gesellschaftlicher Interessengruppen sektorspezifische Probleme mit Klimaschutzbezug erörtern und Lösungen entwickeln. Im Verlauf der COP 26 werden die Ergebnisse dann Vertreterinnen und Vertretern der zuständigen Bundesministerien und der deutschen COP Delegation übergeben. (Quelle: BMFSFJ (2019): In gemeinsamer Verantwortung: Politik für, mit und von Jugend. Die Jugendstrategie der Bundesregierung)

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YOU:KO Jugendkongress 2019 – VERNETZT?! | Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI)

“VERNETZT?!” lautete das Motto des sechsten Jugendkongresses der Bundeszentrale für politische Bildung, der Ende 2019 in Bochum stattfand. Etwa 300 junge Menschen im Alter von 16 bis 27 Jahren kamen zusammen, um miteinander über spannende Vernetzungsthemen zu diskutieren. Diese reichten von digitaler Kommunikation über Globalisierung und Klima bis hin zu Politik, Industrie 4.0 oder Psychologie. Das Ziel der von Jugendlichen für Jugendliche organisierten Veranstaltung: junge Menschen für Engagement für sich und andere zu begeistern! Der Jugendkongress wurde partizipativ von den Jugendnetzwerken teamGLOBAL und den Young European Professionals sowie der Jugendjury des Jugenddemokratiepreises geplant und vorbereitet mit Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung. Die Teamenden der Netzwerke beschäftigten sich intensiv mit ihren Themen, verstanden sich jedoch nicht als Expertinnen und Experten, sondern als Mitlernende. (Quelle: BMFSFJ (2019): In gemeinsamer Verantwortung: Politik für, mit und von Jugend. Die Jugendstrategie der Bundesregierung)

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WebDays – Jugendliche gestalten die digitale Lebenswelt der Zukunft“ | Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV)

Das Projekt „WebDays – Jugendliche gestalten die digitale Lebenswelt der Zukunft“ möchte junge Menschen motivieren, sich mit den Themen Digitalisierung, Verbraucherschutz, Medienbildung und Netzpolitik aktiv auseinanderzusetzen, eigene Ideen zu formulieren und in den politischen Diskurs einzuspeisen. Mit den „WebDays“ soll eine neue Form der Partizipation von jungen Verbraucherinnen und Verbrauchern geschaffen werden. Sie sollen ihnen die Möglichkeit geben, die technologischen Veränderungen in der Gesellschaft zu verstehen, zu begleiten und aktiv mitzugestalten. Das Projekt ist für die Laufzeit von drei Jahren angelegt und umfasst eine jährliche Jugendkonferenz. (Quelle: BMFSFJ (2019): In gemeinsamer Verantwortung: Politik für, mit und von Jugend. Die Jugendstrategie der Bundesregierung)

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Innovationsfonds Klimaschutz als Jugendpolitik | Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

Der Innovationsfonds „Klimaschutz als Jugendpolitik“ soll niedrigschwellig und unkompliziert Mikrofinanzierungen für Projekte und Initiativen der außerschulischen Klimaschutzbildung und des Klimaschutzengagements von Jugendlichen und jungen Erwachsenen bereitstellen. Neben der Mikroprojektförderung sollen Klimaschutzstipendien vergeben werden, die außerordentliches Engagement von jungen Menschen für den Klimaschutz auszeichnen. Ein besonderes Augenmerk wird in beiden Komponenten auf Vernetzung und zusätzliches Empowerment gelegt. Der Innovationsfonds verfolgt den Anspruch, junge Menschen aus Stadt und Land sowie aus allen sozioökonomischen Schichten gleichermaßen zu erreichen. Jugendliche und junge Erwachsene werden aktiv in die Konzeption und Umsetzung der Maßnahme eingebunden. (Quelle: BMFSFJ (2019): In gemeinsamer Verantwortung: Politik für, mit und von Jugend. Die Jugendstrategie der Bundesregierung)

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Bundesprogramm Ländliche Entwicklung: Einzelprojekt „Jugend.ernst.nehmen – Modellprojekt zur Jugendbeteiligung: Junge Menschen im Gemeinwesen verwurzeln als Standortfaktor im ländlichen Raum“ |Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Um einer späteren Abwanderung junger Menschen entgegenzuwirken, möchte der Markt Postbauer-Heng die Identifikation der Zielgruppe mit ihrer Heimatgemeinde langfristig stärken. Die Gemeinde gibt daher jungen Leuten die Möglichkeit, bereits heute auf richtungsweisende Entscheidungen der Kommunalpolitik einzuwirken. Verschiedene Veranstaltungsformate sollen das Verständnis der jungen Menschen für politische Strukturen fördern und ein Forum zur politischen Meinungsbildung bieten. Außerdem unterstützt der Markt die Jugendlichen bei der Formulierung ihrer politischen Anliegen gegenüber Vertreterinnen und Vertretern der Kommunalpolitik. Neben der politischen Dimension des Projekts spielt die Förderung des ehrenamtlichen Engagements im Vorhaben des Marktes Postbauer-Heng eine bedeutende Rolle. Da die Vereine im Gemeindegebiet zunehmend Schwierigkeiten haben, den für ihren Fortbestand notwendigen Nachwuchs zu finden, unterstützt der Markt den Ausbau der Jugendarbeit im ehrenamtlichen Bereich. Die Gemeinde setzt sich auf diese Weise nicht nur für den langfristigen Erhalt der Vereine ein, sondern erhofft sich auch, junge Menschen durch die Förderung ihres Engagements langfristig in der Region zu verwurzeln. (Quelle: BMFSFJ (2019): In gemeinsamer Verantwortung: Politik für, mit und von Jugend. Die Jugendstrategie der Bundesregierung)

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Bündnis für Demokratie und Toleranz (BfDT) – Jugendkongress und Festakt | Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI)

Jedes Jahr veranstaltet das Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) vom 20. bis 24. Mai den Jugendkongress mit bis zu 400 Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren aus ganz Deutschland. Die Jugendlichen verbringen vier Tage gemeinsam in Berlin, besuchen Workshops und Außenforen, lernen verschiedene Möglichkeiten des zivilgesellschaftlichen Engagements kennen und können sich mit anderen Ehrenamtlichen vernetzen. Über 40 Workshops plus Außenforen bieten viel Input, um sich über die verschiedensten Themen von Demokratie- und Toleranzförderung bis hin zum Umgang mit antidemokratischen Tendenzen auseinanderzusetzen oder sich zum Beispiel in Sachen Öffentlichkeitsarbeit oder Fundraising fit zu machen. Feierlicher Abschluss ist jedes Jahr seit 2001 der Festakt zum Tag des Grundgesetzes am 23. Mai mit der Auszeichnung der BfDT-Botschafterinnen und -Botschafter für Demokratie und Toleranz. Bei der Konzeptionierung und Umsetzung neuer jugendrelevanter Inhalte werden in der Geschäftsstelle BfDT-tätige Praktikantinnen und Praktikanten aktiv beteiligt. 2019 übernahmen diese gemeinsam mit JETZT e. V. die Moderation des Jugendkongresses und boten einen neuen Workshop „Open Space für Eure Ideen“ an. (Quelle: BMFSFJ (2019): In gemeinsamer Verantwortung: Politik für, mit und von Jugend. Die Jugendstrategie der Bundesregierung)

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Urbane Liga – Plattform junger Stadtmacher | Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI)

Die Urbane Liga ist ein Bündnis junger Stadtmacherinnen und Stadtmacher, die sich aktiv in die Gestaltung ihrer Städte einbringen. Sie ist beim BMI angesiedelt. Die jungen Stadtmacher bringen dabei ihre Erfahrungen aus ihren eigenen Projekten mit ein. Als Projektschmiede, Ideenlabor und Netzwerkplattform zielt die Urbane Liga darauf ab, das Wirken junger Erwachsener in Deutschland zu stärken. Sie fördert ihre Mitsprache im öffentlichen Diskurs, entwickelt gemeinsame Stadtvisionen und erweitert ihre Handlungsmöglichkeiten. Die jungen Stadtmacherinnen und Stadtmacher diskutieren mit der zuständigen beamteten Staatssekretärin und weiteren Vertreterinnen und Vertretern des BMI und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) darüber, wie die Ideen junger Stadtmacherinnen bzw. Stadtmacher und eine jugendgerechte Stadtentwicklung vorangebracht werden können. (Quelle: BMFSFJ (2019): In gemeinsamer Verantwortung: Politik für, mit und von Jugend. Die Jugendstrategie der Bundesregierung)

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jugend.beteiligen.jetzt – für die Praxis der digitalen Partizipation | Bundesministerium für Familie, Senioren, Frau und Jugend (BMFSFJ)

Das Projekt bietet Hilfe für die Praxis digitaler Jugendbeteiligung, stellt Know-how zu Prozessen und Tools bereit und bietet Qualifizierungsmöglichkeiten an. Auf der Plattform www.jugend.beteiligen.jetztwerden aktuell und gebündelt Arbeitsmaterialien, Argumentationshilfen und Instrumente für die Beteiligungspraxis angeboten, gute Beispiele gezeigt und ausgewählte Jugendbeteiligungsprojekte verlinkt. (Quelle: BMFSFJ (2019): In gemeinsamer Verantwortung: Politik für, mit und von Jugend. Die Jugendstrategie der Bundesregierung)

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Verstärker Aktionsformate | Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI)

Mit den Aktionsformaten/Workshops werden durch das Netzwerk Verstärker gezielt Jugendliche und junge Erwachsene aus schwer erreichbaren, partizipationsfernen Zielgruppen mit politischen Bildungsformaten angesprochen. Die zweitägigen Workshops unterstützen Jugendliche dabei, ihre Interessen zu artikulieren, einen Zugang zum Politischen zu finden und Selbstwirksamkeitserfahrungen machen zu können. Die Workshops werden auf Anfrage von qualifizierten Teamenden mit Jugendlichen aus verschiedenen Institutionen im gesamten Bundesgebiet durchgeführt. Für die Besetzung der Teamenden greift das Netzwerk auf einen eigens dafür ausgebildeten Pool an qualifizierten Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zurück. Ziel ist, dass Jugendliche sich ihrer Anliegen bewusst werden, dass sie lernen, ihre Interessen zu artikulieren und auch anderen zu vermitteln. So können sie handlungsfähig werden und die Spanne zwischen Selbst- und Fremdausschluss kann sich verringern.Sicherheitspolitische Rolle von Jugendoffizieren / BMVg Jugendoffiziere sind als Referentinnen und Referenten für Sicherheitspolitik ein wesentliches Element der Informations- und Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr. Mit dem Einsatz von Jugendoffizieren soll der Dialog über Grundfragen von Sicherheitspolitik angeregt werden. Die Jugendoffiziere kommen nicht nur an Schulen zum Einsatz, sondern arbeiten auch mit politischen Jugendorganisationen, Gewerkschaften, Kirchen und anderen gesellschaftlichen Institutionen zusammen. Auch im Rahmen von sicherheitspolitischen Konferenzen (z. B. „Studierendenkonferenz“) kommt ihre (methodische) Beratung zum Einsatz. (Quelle: BMFSFJ (2019): In gemeinsamer Verantwortung: Politik für, mit und von Jugend. Die Jugendstrategie der Bundesregierung)

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Wettbewerbsprogramme Generation Kplus und Generation 14plus, Berlinale Schulprojekt, Kinder- und Jugendjury Generation | Beauftragte/r der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

Die Berlinale-Sektion Generation präsentiert in den zwei Wettbewerbsprogrammen Generation Kplus und Generation 14plus zeitgenössische Filme des internationalen Kinos, die sich mit den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen auseinandersetzen. Als einzige Sektion der Berlinale bietet Generation Zuschauerinnen und Zuschauern unter 18 Jahren die Möglichkeit zur Teilnahme am Festival. Die Sektion richtet sich mit dem Programm 14plus gezielt an ein engagiertes jugendliches sowie aufgeschlossenes erwachsenes Publikum. Neben den Kinovorführungen beruft Generation jedes Jahr 18 junge Menschen (elf bis 18 Jahre) in die Kinder- und Jugendjury, die sich während ihres Besuches der vorausgegangenen Festivalausgabe über Filmfragebögen beworben haben. Mit dem Berlinale Schulprojekt, in Kooperation mit Vision Kino, engagiert sich Generation für die Einbindung von Generation-Filmen in den Schulunterricht (Regel- und Willkommensklassen (seit 2017)) und leistet damit einen Beitrag zur Filmbildung und -vermittlung. (Quelle: BMFSFJ (2019): In gemeinsamer Verantwortung: Politik für, mit und von Jugend. Die Jugendstrategie der Bundesregierung)

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Fortführung der BMU-Jugendstudie Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

Im Gegensatz zu traditionellen Erhebungen wird die repräsentative BMU-Jugendstudie zu Umwelt- und Klimathemen durchgängig von der Zielgruppe selbst begleite und aktiv mitgestaltet. Forschungsdesign und Forschungsfragen werden im Rahmen von Workshops mit jungen Menschen entwickelt, die Untersuchungsergebnisse in verschiedenen Formaten diskutiert und interpretiert. Darüber hinaus wurde für die Studie ein eigener Jugendbeirat eingerichtet. Die zweite BMU-Jugendstudie erscheint Anfang 2020 und soll danach weiterentwickelt und verstetigt werden. (Quelle: BMFSFJ (2019): In gemeinsamer Verantwortung: Politik für, mit und von Jugend. Die Jugendstrategie der Bundesregierung)

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